Gas
Gasherde sind gewerbliche Kochgeräte für die Profiküche, bei denen offene Gasbrenner unter Gusseisenrosten die Hitze direkt an Töpfe und Pfannen abgeben. Sie liefern sofort regelbare, sichtbare Flammen, eignen sich für hohe Leistungen und werden mit Erdgas oder Flüssiggas betrieben. Typisch sind robuste Edelstahlausführungen mit zwei bis sechs Brennstellen.
Einsatzbereiche und Bauformen
Gasherde gehören zu den am weitesten verbreiteten Kochgeräten in der professionellen Gastronomie, weil die offene Flamme unmittelbar reagiert und auch große Töpfe schnell auf Temperatur bringt. Sie kommen in À-la-carte-Küchen, in der Systemgastronomie und überall dort zum Einsatz, wo intensives Anbraten, Schwenken und Reduzieren gefragt sind.
- Standgeräte mit integriertem Unterbau, Schrank oder Gasbackofen für den eigenständigen Kochblock
- Tischgeräte zum Aufstellen auf Unterbauten oder neutralen Elementen bei begrenztem Platz
- Brennerzahl von zwei bis sechs offenen Brennern, oft kombiniert mit unterschiedlichen Brennerleistungen
- Varianten mit zusätzlicher Starkbrennerstelle (Wok-Brenner) für besonders hohe Leistung
Wer flexibel zwischen Energieträgern plant, sollte den Gasherd mit den verwandten Bauformen der Kategorie Elektroherde sowie den modernen Induktionsherden vergleichen, da sich Anschaffung, Betriebskosten und Reaktionsverhalten deutlich unterscheiden.
Wichtige Auswahlkriterien
- Brennerleistung in kW je Brennstelle – entscheidend für die Kochgeschwindigkeit und das Anbraten großer Mengen
- Gasart – Eignung für Erdgas (G20) oder Flüssiggas (G30/G31); Umrüstung über passende Düsensätze beachten
- Anzahl der Brennstellen passend zur Speisekarte und zum Durchsatz der Küche
- Stufenlose Regelbarkeit mit Zündsicherung und thermoelektrischer Überwachung
- Roststabilität und Topfauflage aus Gusseisen für schwere Großküchentöpfe
- Reinigungsfreundlichkeit durch abnehmbare Roste, Brennerdeckel und tiefgezogene Mulden
Material, Qualität und relevante Normen
Gewerbliche Gasherde bestehen typischerweise aus Edelstahl (häufig 1.4301), der hygienisch, korrosionsbeständig und gut zu reinigen ist. Roste und Brennerkronen werden aus Gusseisen oder Messing gefertigt. Für den professionellen Betrieb sind die Anforderungen an Gasgeräte für gewerbliche Küchen maßgeblich, etwa die europäische Gasgeräteverordnung sowie die einschlägigen Normen für gewerbliche Gaskochgeräte. Der Anschluss und die Inbetriebnahme dürfen ausschließlich durch eine zugelassene Fachkraft erfolgen, und eine ausreichende Be- und Entlüftung des Aufstellraums ist zwingend.
Betrieb und Pflege
Im täglichen Betrieb sollten Roste, Brennerdeckel und Brennerkronen regelmäßig entnommen und gereinigt werden, damit die Flammenbilder sauber und gleichmäßig bleiben. Verstopfte Brenneröffnungen führen zu unsauberer Verbrennung und Leistungsverlust. Edelstahlflächen werden mit nicht scheuernden Mitteln in Schliffrichtung gereinigt. Zündsicherungen, Gasschläuche und Anschlüsse sind im Rahmen der wiederkehrenden Wartung durch eine Fachkraft auf Dichtheit zu prüfen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einem Gasherd und einem Induktionsherd?
Ein Gasherd erhitzt das Kochgeschirr über eine offene Flamme, die sofort sichtbar und stufenlos regelbar ist. Ein Induktionsherd erzeugt die Hitze direkt im Topfboden über ein Magnetfeld und arbeitet ohne offene Flamme. Gas punktet bei großen Töpfen und Wok-Gerichten, Induktion bei Energieeffizienz und einfacher Reinigung.
Welche Gasart benötigt ein gewerblicher Gasherd?
Die meisten Geräte sind werkseitig für Erdgas (G20) ausgelegt, lassen sich aber über einen passenden Düsensatz auf Flüssiggas (Propan/Butan) umrüsten. Welche Gasart vorliegt, sollte vor dem Kauf mit dem Gasanschluss des Betriebs abgeglichen werden.
Wer darf einen gewerblichen Gasherd anschließen?
Der Anschluss an die Gasleitung sowie die Inbetriebnahme dürfen nur von einer zugelassenen, fachkundigen Person ausgeführt werden. Zusätzlich muss der Aufstellraum ausreichend belüftet sein.
Wie viele Brennstellen braucht meine Küche?
Das richtet sich nach Speisekarte und Durchsatz. Für kleinere Betriebe genügen oft zwei bis vier Brenner, in der gehobenen À-la-carte- oder Großküche sind vier bis sechs Brennstellen mit unterschiedlichen Leistungen sinnvoll.